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Kostenloser Leitfaden · Ausgabe 2026 FÜR ANFÄNGER

E-Commerce: wo soll ich starten

Sie wollen online verkaufen, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen. Rechtsform, Plattform, Budget, Werkzeuge, wie man gefunden wird — hier der komplette Fahrplan, den ich mit meinen Kunden gehe, Schritt für Schritt, ohne Jargon, ohne Bullshit.

22 Min Lesezeit 16 Kapitel Aktualisiert am mai 16, 2026
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Praxiskapitel
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Unnötiger Jargon
Was Sie lernen werden

Sechs konkrete Dinge , die Sie danach beherrschen

Keine BWL-Theorie. Sechs praktische Fertigkeiten, die Sie ab der ersten Woche anwenden.

01

Die richtige Rechtsform wählen

Einzelunternehmen, GbR, GmbH, UG — die echten Unterschiede in 5 Minuten verstehen und je nach prognostiziertem Umsatz die richtige Wahl treffen, ohne 400 € an einen Anwalt zu zahlen.

02

Die richtige Plattform wählen

WooCommerce, Shopify, Shopware, Wix, Marktplätze — ein ehrlicher Vergleich der fünf echten Optionen 2026, mit klar benannter Voreingenommenheit und den Fällen, in denen jede gewinnt.

03

Einen Shop bauen, der konvertiert

Hosting, Theme, essenzielle Plugins, Seitenstruktur, Performance nach Core Web Vitals. Das absolute Minimum, ohne schweren Page Builder oder abstürzenden Shop.

04

Zahlung, Versand, MwSt konfigurieren

Stripe, PayPal, Ratenkauf, DHL, Hermes, Kleinunternehmer­regelung (Umsatzschwelle), OSS für die EU. Alle Conversion-Killer, sauber zerlegt.

05

Erste Verkäufe machen

Start-SEO, Google Ads PMax, Meta Retargeting, ergänzende Marktplätze. Wann welchen Hebel mit welchem Budget aktivieren — und in welcher Reihenfolge.

06

Die 10 klassischen Fallen vermeiden

Emotionale Preisbildung, versteckte Versandkosten, kopierte AGB, keine Warenkorb-Wiederherstellung, skalieren ohne zu konvertieren. Die Fehler, die 9 von 10 Shops versenken.

Ihr Launch

Von der Idee zu den ersten Verkäufen in 90 Tagen.

Vier aufeinander folgende Phasen. Keine parallele Checkliste, in der Sie alles gleichzeitig versuchen — jede Phase schaltet die nächste frei.

01 Tag 1–14

Validierung

Marktanalyse, Produktauswahl, Nachfragetest per DM/lokaler Markt. Ziel: 5 bis 10 manuelle Verkäufe vor jedem Setup. Wenn das nicht klappt, zurück auf Anfang.

02 Tag 15–30

Setup

Rechtsform, Domain + Hosting, WooCommerce-Installation, Theme, essenzielle Plugins, Zahlung, Versand, Impressum. Das Skelett muss stehen.

03 Tag 31–60

Inhalt

Saubere Produktfotos, alle Produktseiten geschrieben, Über-uns-Seite, FAQ, erster SEO-Blogartikel, Tracking GA4 + Search Console. Soft Launch bei Ihrem Netzwerk.

04 Tag 61–90

Akquisition

Erste aktive Social Accounts, Google Merchant Center, erste Meta-Retargeting-Kampagne (50 €/Monat), laufende Optimierung. Ziel am Ende von Tag 90: 1–5 Verkäufe/Woche.

01

Bevor Sie anfangen — die echten Fragen

Online verkaufen wirkt einfach. Einen Shop zu eröffnen, der 12 Monate später noch steht, ist es deutlich weniger. Bevor Sie eine Domain kaufen, stellen Sie sich diese Fragen — sie sparen Monate und tausende Euros.

  • Gibt es einen Markt? Geben Sie Ihr Produkt bei Google, Amazon, Etsy ein. Wenn Sie 0 Treffer haben, sind Sie wahrscheinlich der Erste — oder niemand will es. Wenn Sie 500 etablierte Marken finden, wird der Wettbewerb hart, aber der Markt existiert.
  • Welcher Angle macht Sie anders? Nicht „günstiger“ (Sie verlieren), nicht „bessere Qualität“ (sagt jeder). Suchen Sie: geografische Zone, kulturelle/communitäre Nische, ignoriertes Subsegment, Produktexpertise, After-Sales-Service.
  • Welches realistische Startbudget? Rechnen Sie mit 2.000 bis 8.000 € für einen seriösen Shop im ersten Jahr (Anfangsbestand + Site + Tools + erste Kampagnen). Darunter basteln Sie; darüber beschleunigen Sie.
  • Wie viel Zeit pro Woche? Mindestens 10 h parallel zum Job, 30 h+ als Hauptaktivität. E-Commerce ist ein Beruf — kein passives Einkommen.
  • Wo liegt Ihre Abbruchschwelle? Definieren Sie im Voraus: Wenn ich nach 6 Monaten nicht X € Monatsumsatz habe, pivote oder stoppe ich. Ohne Schwelle bluten Sie Geld, ohne es zu sehen.
02

Welche Rechtsform in Deutschland?

Frage Nummer 1 bei Einsteigern. Die richtige Antwort hängt von Ihrem prognostizierten Umsatz, Ihrem Bedürfnis nach Haftungsbegrenzung und Ihrer Verwaltungsgeduld ab. Eine falsche Wahl lässt sich korrigieren, kostet aber 200–500 €.

Einzelunternehmen / Kleinunternehmer

Ideal für den Start: Anmeldung in 30 Minuten beim Gewerbeamt, geringe Kosten. Kleinunternehmer­regelung bis 22.000 € Umsatz im ersten Jahr (50.000 € im Folgejahr) — keine USt-Pflicht. Grenzen: kein Schutz des Privatvermögens, ungeeignet bei hohen Kosten (Wareneinkauf, Werbung, Mitarbeiter).

UG (haftungsbeschränkt)

Mini-GmbH ab 1 € Stammkapital. Haftungs­beschränkung wie eine GmbH, aber 25 % des Gewinns müssen jährlich zurückgelegt werden, bis 25.000 € erreicht sind. Notar + Handelsregister + Steuerberater nötig. Sinnvoll, wenn Sie schnell ein haftungsbeschränktes Vehikel brauchen, aber noch nicht 25.000 € Stammkapital aufbringen können.

GmbH

Klassische Kapitalgesellschaft: starker Vermögensschutz, 25.000 € Stammkapital (12.500 € beim Start einzahlbar). Buchhaltung doppelt, Bilanzpflicht, Steuerberater obligatorisch (~ 1.500–3.000 €/Jahr). Typischerweise ab > 80.000 € Jahresumsatz.

GbR

Gesellschaft bürgerlichen Rechts — die einfachste Personengesellschaft, wenn Sie zu zweit oder mehreren starten. Keine Gründungs­förmlichkeiten, aber: Sie haften gesamtschuldnerisch mit Ihrem Privatvermögen. Bei Wachstum in eine UG/GmbH umwandeln.

03

Die E-Commerce-Plattform wählen

Fünf echte Wettbewerber in 2026. Keine ist universell besser — die richtige Wahl hängt von Ihrem Katalog, Ihrer technischen Beherrschung und Ihrem Anpassungsbedarf ab.

WooCommerce (WordPress)

Open Source, zu 100 % in Ihrem Besitz, extrem anpassbar. Hosting-Kosten 10–30 €/Monat, keine Provision auf Verkäufe. Mittlere Lernkurve. Ideal für Kataloge mit 10–2.000 Produkten, hohem SEO-Content-Anteil, hohem Bedarf an Flexibilität. Das empfehle ich 80 % meiner Kunden.

Shopify

SaaS-Komplettlösung. Start in 1 Tag, 39–399 €/Monat + Verkaufs-Provisionen, wenn Sie nicht Shopify Payments nutzen. Exzellent für sehr hohe Volumen, internationale Marken, nicht-technische Teams. Grenzen: Sie mieten Ihren Shop, Anpassungen über kostenpflichtige Apps, die sich aufstapeln.

Shopware

Open-Source-Plattform aus Deutschland, stark im deutschsprachigen B2B/Mid-Market. Komplexer als WooCommerce, hochwertiges Ökosystem an Modulen und Partnern. Gute Wahl, wenn Sie auf eine deutsche Lösung setzen und Ihr Dienstleister sie beherrscht. Sonst ist WooCommerce 2026 pragmatischer.

Wix / Squarespace / Webflow

Für sehr kleine Kataloge (< 30 Produkte) und „Vitrine + Shop“-Bedarf. Echte E-Commerce-Grenzen: Multi-Currency, Produkt-Feeds, fortgeschrittene Integrationen. Zu meiden, sobald Sie ernsthaft skalieren wollen.

Marktplätze (ohne Site)

Amazon, Etsy, eBay, Kaufland.de. Schnellster Start, gefangene Audience, keine Akquise-Sorgen. Aber: 8–20 % Provision, Sie besitzen die Kundenbeziehung nicht, die Plattform kann Sie über Nacht sperren. Gute Ergänzungsstrategie, schlechte Einzelstrategie.

04

Domain + Hosting

Zwei strukturierende Entscheidungen, getroffen in 30 Minuten. Wenn Sie sie verpatzen, zahlen Sie 6 Monate später erneut.

Die Domain: kurz, einprägsam, am Telefon aussprechbar. Vermeiden Sie Bindestriche, Zahlen und exotische Endungen (.shop, .store) — bleiben Sie bei .de oder .com. Prüfen Sie die Verfügbarkeit gleichzeitig in den sozialen Netzen: Eine in .com freie, aber bei Instagram belegte Domain ist tot.

  • Empfohlene Registrare: OVH, INWX, united-domains. Meiden Sie GoDaddy (aggressive Upsells, schwacher Support).
  • Kosten: 8–15 €/Jahr für eine klassische .de oder .com. Zahlen Sie nie mehr als 50 € für eine Standard-Domain.
  • Aktivieren Sie den privaten WHOIS (anonymisiert Ihre Daten im öffentlichen Register). Oft gratis, manchmal +5 €/Jahr.
  • Kaufen Sie die naheliegenden Varianten (.com + .de, wenn Sie .de nehmen), damit kein Wettbewerber überholt.

Das Hosting: Performance zählt im E-Commerce enorm. Eine langsame Site verliert 20–40 % Conversions. Vermeiden Sie billige Shared-Hoster (1&1 / IONOS Einstieg, Hostinger Entry-Level) bei einem ernsthaften Projekt.

WP-spezialisiert (empfohlen)

Kinsta, WP Engine, Raidboxes (DE), WPX. 25–100 €/Monat je nach Volumen. Native Spitzen-Performance, automatische Backups, Support, der WordPress versteht. Der professionelle Weg.

Managed VPS

DigitalOcean managed, Hetzner Cloud, OVH VPS. 15–40 €/Monat. Technischer, dafür flexibler und langfristig wirtschaftlicher, wenn Sie einen Dev zur Hand haben.

Hochwertiges Shared Hosting

All-inkl, mittwald, Webgo. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in DACH für den Start. Sie können bis 50–100 Bestellungen/Tag problemlos darauf bleiben.

05

Den Shop bauen: technische Essentials

Sie müssen kein Entwickler sein. Aber einige technische Grundsatz­entscheidungen am Anfang ersparen Ihnen schmerzhafte Relaunches in 12 Monaten.

  • Theme: Wählen Sie ein erprobtes und schlankes Theme. Astra, Kadence oder GeneratePress als Gratis-Variante; WoodMart, Flatsome oder Blocksy als Premium. Meiden Sie „All-in-One“-Themes, vollgestopft mit Funktionen, die Sie nicht brauchen.
  • Essenzielle Plugins (und nur diese): WooCommerce, Yoast SEO oder Rank Math, Complianz (DSGVO), WP Rocket (Cache), UpdraftPlus (Backups), Wordfence (Sicherheit). 6 Plugins reichen für 80 % der Shops.
  • Site-Struktur: Startseite → Kategorien → Produkte → Warenkorb → Konto → Impressum / AGB / Datenschutz / Versand & Rückgabe / Kontakt / Über uns / Blog. Mehr nicht.
  • Performance: Zielwert PageSpeed Mobile ≥ 80, LCP < 2,5 s. Ohne das sind Ihre Paid-Kampagnen verbrannt und Ihr SEO stagniert.
  • Mobile First: 70–85 % Ihres Traffics werden mobil sein. Testen Sie nach jeder größeren Änderung auf Ihrem Handy, nicht nur auf dem Desktop.
06

Produktfotografie (ohne Studio)

Produktfotos sind DIE Variable, die einen Amateur-Shop von einem seriösen Shop trennt. Mehr als das Site-Design, mehr als das Copywriting. Und Sie brauchen keine 10.000 € Budget, um es gut zu machen.

  • Minimal-Setup: ein aktuelles Smartphone (iPhone 12+, Pixel 6+, Samsung-Äquivalent), natürliches Licht eines Nordfensters (nie direkte Sonne), ein einheitlicher Hintergrund (Kraftpapier, weiße Wand, schwarzes Tuch).
  • Format: quadratisch (1:1) für Produktseiten, hochkant (4:5) für soziale Netze. Mindestauflösung 1500 × 1500 px. WebP-Format wegen Gewicht.
  • 5 Pflicht-Winkel pro Produkt: Front, Rückseite, Profil, Detail (Textur, Etikett, Verarbeitung), Produkt im Kontext (getragen oder in Situation).
  • Konsistenz > Perfektion. 50 Produkte gleich fotografiert sind besser als 10 perfekte Fotos und 40 zusammen­gewürfelte.
  • Kostenlose / günstige Tools: remove.bg (neutraler Hintergrund), Lightroom Mobile (Retusche), Canva (Mockups), Photopea (Gratis-Photoshop-Alternative), upscale.media (vergrößern ohne Pixel).
07

Zahlungsmittel & Versand

Zwei Schluss-Reibungen. 70 % der Warenkorb­abbrüche kommen aus einer falschen Entscheidung hier, nicht aus dem Preis.

Auf der Zahlungsseite: Stripe ist 2026 der Standard. Aktivierung in 1 Tag, 1,4 % + 0,25 € pro EU-Kartentransaktion, native WooCommerce-Integration über das offizielle Plugin. Ergänzen Sie PayPal — manche Kunden zahlen nur damit. Optional Apple Pay / Google Pay (kostenlos über Stripe), und für Warenkörbe > 100 € erhöht eine Ratenzahlung über Klarna, Ratepay oder Riverty die Conversions um 8–15 %.

Auf der Versandseite: Unterschätzen Sie den Effekt nie. Kostenloser Versand bleibt der Conversion-Hebel Nummer 1. Wenn Ihre Marge keinen Free Shipping erlaubt, setzen Sie eine Schwelle („Versandkostenfrei ab 39 €“) und zeigen Sie sie überall — das ist gleichzeitig ein Hebel für den durchschnittlichen Warenkorb.

Leichte Pakete (< 1 kg)

DHL Päckchen oder DHL Kleinpaket: 3,99 € bis 6 € je nach Gewicht. Laufzeit 1–2 Tage. Geeignet für fast alles (Kosmetik, Schmuck, kleine Accessoires).

Mittlere Pakete

Hermes Paket bleibt am günstigsten: 4,50 bis 6 € bis 5 kg, von Kunden in urbanen Zonen geschätzt. DHL bis Haustür 5–9 €. DPD Express bei Eile.

Sperrgut / zerbrechlich

GLS, DPD, UPS mit Versicherung. Rechnen Sie mit 12–30 € je nach Zone und Gewicht. Ab 80 € Warenwert immer die Versicherung abschließen.

International

DHL Paket International, UPS Standard EU oder ein Versand-Aggregator wie Shipcloud / Sendcloud zum Echtzeit-Vergleich. Achten Sie für die Schweiz auf die Zollschwelle — jede Bestellung über CHF 5 MwSt geht durch die Verzollung.

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MwSt & Buchhaltung — die Grundlagen

Das Thema, das alle umgehen. Fünf Punkte, um nicht zu scheitern.

  • Kleinunternehmer­regelung (§ 19 UStG): gültig bis 22.000 € Umsatz im Vorjahr und 50.000 € im laufenden Jahr. Sie weisen Ihren Kunden keine MwSt aus (Preisvorteil), holen sie aber auch nicht aus Ihren Einkäufen zurück (Nachteil bei hohen Kosten).
  • Über der Schwelle: automatischer Wechsel zur Regelbesteuerung. Sie weisen Ihren deutschen Kunden 19 % MwSt aus (7 % bei reduziertem Satz), monatliche oder quartalsweise Voranmeldung je nach Umsatz. Steuerberater ab diesem Punkt dringend empfohlen.
  • EU-Verkauf: OSS-Regelung (One-Stop-Shop). Ab 10.000 € kumuliertem EU-B2C-Umsatz weisen Sie die MwSt des Käuferlandes aus. Quartalsweise Meldung über das BZSt-Portal. Nicht optional.
  • Verkauf außerhalb der EU: Ausfuhrlieferung, 0 % MwSt für Ihre Drittland-Kunden. Aber Zoll/Einfuhr zu deren Lasten — planen Sie über DDP (Sie zahlen) oder DAP (Kunde zahlt).
  • Buchhaltung: Lexoffice, sevDesk oder Buchhaltungsbutler für Selbstständige (15–50 €/Monat). Einen Steuerberater ab 50.000 € Umsatz, 800–1.500 €/Jahr für einen einfachen Shop.
10

SEO: kostenlos gefunden werden

Der günstigste und nachhaltigste Wachstums­kanal. Aber er braucht 6 bis 18 Monate, um Früchte zu tragen. Starten Sie früh — die beste „positive Schuld“, die Sie aufbauen können.

  • Keyword-Recherche: Beginnen Sie mit Google Keyword Planner (kostenlos), Ubersuggest, Ahrefs Free, Keywords Everywhere. Zielen Sie auf Anfragen mit 100–1.000 Suchen/Monat bei niedriger Konkurrenz, bevor Sie nach den Top-Begriffen greifen.
  • Site-Architektur: eine Seite = eine Suchintention. Kategorie „Wanderschuhe Damen“ getrennt von „Stadt-Walking-Schuhe Damen“. Unscharfes Targeting tötet SEO.
  • SEO-Produktseite: einzigartiger H1-Titel, originelle Beschreibung ≥ 300 Wörter (nicht das Datenblatt des Herstellers), 5–10 Fotos mit Alt-Text, Product-Schema, Produkt-FAQ, Kundenbewertungen.
  • Blog: mindestens 2 bis 4 Artikel pro Monat zu Anfragen, die Ihre Kunden VOR dem Kauf tippen. Nicht „Unsere neue Kollektion“, sondern „Wie wählt man X“, „Welche Größe für Y“, „Kaufberatung Z“.
  • Backlinks: Qualität geht deutlich vor Quantität. 5 Links von relevanten Seiten Ihres Sektors > 200 Links aus minderwertigen Verzeichnissen. Rechnen Sie mit 12–24 Monaten, um eine ordentliche Autorität aufzubauen.
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Marktplätze: lohnt sich das?

Amazon, Etsy, eBay, Kaufland.de, Otto Market. Massive Audience, sofortiger Start, aber strenge Bedingungen. Je nach Produkt zu erwägen.

Amazon

Audience #1 in Deutschland. Provision 8–15 % + 39 €/Monat (Professional-Plan). FBA (Fulfillment by Amazon) fügt 3–5 € pro Paket hinzu, schaltet aber Prime frei — quasi Pflicht zum Verkaufen. Knallharter Preiswettbewerb. Ideal für standardisierte Produkte, schlecht für differenzierende Produkte.

Etsy

Nische: Handwerk, Vintage, Personalisiertes, Kreationen. Gebühren 0,20 € pro Listing + 6,5 % Provision. Qualifizierte Audience, bereit, für Einzigartiges zu zahlen. Hervorragender Komplementär-Kanal, wenn Ihr Produkt passt.

eBay, Kaufland.de, Otto Market

Gute DE-Generalisten-Audience. Provisionen 6–15 %. Lockere Kategorisierungen als bei Amazon. Zu testen, wenn Amazon Sie in bestimmten Kategorien einbremst.

Vertikale Marktplätze (ManoMano, Spartoo, Zalando Partner)

Spezialisierte Marktplätze (Heimwerker, Schuhe usw.). Kleinere, aber ultra-qualifizierte Audiences. Oft die besten ROAS, wenn Ihr Katalog exakt zur Vertikale passt.

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Analytics & Tracking: messen, was zählt

Sie können nicht optimieren, was Sie nicht messen. Installieren Sie den richtigen Stack ab der ersten Woche — 6 Monate später bei 200 Bestellungen Historie neu zu installieren ist mühsam.

  • Google Analytics 4 (kostenlos, Pflicht): Sitzungen, Traffic-Quellen, Pfad, Conversions. Konfigurieren Sie die Conversions „Kauf“, „In den Warenkorb“, „Checkout-Beginn“, „Lead-Formular“.
  • Google Tag Manager: zentralisiert Ihre Tags (GA4, Meta Pixel, Google Ads Conversions, TikTok, Hotjar …). Erspart Code-Änderungen bei jedem neuen Tool.
  • Google Search Console: Google-Positionen, Anfragen, technische Probleme (Indexierung, Mobil, Geschwindigkeit). Alle 2 Wochen prüfen.
  • Google Merchant Center: wenn Sie Shopping / PMax machen. Feeds prüfen, Disapprovals, Richtlinien.
  • Meta Pixel + Conversions API: unverzichtbar, wenn Sie auf Meta zahlen. Der Client-seitige Pixel hat seit iOS 14 viel Effektivität eingebüßt — die CAPI stellt 30–50 % des Signals wieder her.
  • Hotjar oder Microsoft Clarity (kostenlos): Session-Recordings, Heatmaps. Unbezahlbar, um zu verstehen, WARUM Ihre Besucher nicht kaufen.
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Kundenservice & Bewertungen — der Differenzierer

Bei gleichem Katalog wählt der Kunde den am besten bewerteten Händler. Und er kommt zu dem zurück, der schnell antwortet. So einfach ist das.

  • Antwortzeit: Zielwert < 12 h werktags, < 24 h am Wochenende. Eine 48 h liegen gelassene Mail kostet die Bestellung in 60 % der Fälle.
  • Kanäle: geschäftliche E-Mail, Kontaktformular und idealerweise WhatsApp Business (die 18–35-jährigen Generationen kaufen, indem sie vorher 2 Fragen per WhatsApp stellen).
  • Bewertungs-Pipeline: 7 Tage nach Lieferung automatisch eine E-Mail mit einem Link zu Trustpilot, Google Reviews oder Trusted Shops senden. Wenden Sie sich Google Reviews zu, wenn Sie auch eine physische Präsenz haben.
  • Antwort auf negative Bewertungen: IMMER. Mit Empathie, ohne Aggressivität, mit Lösungs­vorschlag. Eine gut gemanagte 1-Sterne-Bewertung konvertiert besser als eine Standard-5-Sterne — weil künftige Kunden die negativen Bewertungen lesen, um Ihre Haltung zu beurteilen.
  • Klare Produkt-FAQ + Rückgaberichtlinie: 30–40 % der Kundenfragen kommen aus fehlender, eigentlich offensichtlicher Info auf der Site. Diese Nachrichten sind verlorenes Geld (Ihre Zeit + Zweifel des Kunden).
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Ihre 90-Tage-Roadmap

Theorie ohne Ausführung bringt nichts. Hier eine realistische Roadmap, Woche für Woche, um in 3 Monaten von einer Idee zu einem verkaufenden Shop zu kommen.

Tag 1 → 14 · Validierung

Marktstudie (Konkurrenz, Preise, Nachfrage). Produkt, Preis, Positionierung definieren. Erster Verkaufsprototyp: Instagram-Vorbestellung, lokaler Markt, DM. Ziel: 5–10 manuelle Verkäufe zur Validierung der Nachfrage. Wenn Sie nicht auf 5 kommen, zurück auf Anfang.

Tag 15 → 30 · Setup

Rechtsform. Domain + Hosting. WooCommerce + Theme + essenzielle Plugins installieren. Zahlung (Stripe), Versand, MwSt konfigurieren. Erste Produktseiten (max. 5–10, keine Perfektion abwarten). Impressum / AGB / DSGVO.

Tag 31 → 60 · Inhalt

Saubere Produktfotos. Alle Produktseiten geschrieben (Beschreibungen ≥ 300 originelle Wörter). Über-uns-Seite, FAQ, Versand & Rückgabe. Tracking GA4 + Search Console. Erster Blog­artikel. Soft Launch: Link an Ihr Netzwerk schicken, erste UX-Rückmeldungen sammeln.

Tag 61 → 90 · Akquisition

Erste aktive Social Accounts (Instagram + ein weiterer je nach Zielgruppe). Anmeldung beim Google Merchant Center, erster Feed freigegeben. Erste Meta-Retargeting-Kampagne (50 €/Monat). Laufende Optimierung anhand der Daten (Conversion Rate, Quellen). Ziel am Ende Tag 90: 1–5 Verkäufe pro Woche.

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Die zu vermeidenden Fallen

Zehn Fehler, die ich bei 9 von 10 Shops in meinen Audits sehe. Sparen Sie 6 Monate, indem Sie sie von Anfang an vermeiden.

  • Eine perfekte Site vor dem ersten Verkauf wollen. → Starten Sie zu 70 %, iterieren Sie auf echten Daten.
  • Zu viele Plugins, schwerer Page Builder. → Langsame Site, einbrechende Conversion, blockiertes SEO.
  • Kein oder kaputtes Tracking. → Sie geben Werbegeld aus, ohne zu wissen, was konvertiert. Immer als Erstes prüfen.
  • Uneinheitliche Produktfotos. → Die Site wirkt „amateurhaft“, selbst mit guten Produkten.
  • Emotionale Preisbildung („ich hätte gerne 30 € pro Verkauf“). → Rechnen Sie die echten Kosten: Produkt + Versand + Verpackung + Provisionen + Retouren + Werbung. Zielmarge mindestens 60 %, damit Sie Luft haben.
  • Versandkosten erst im letzten Schritt sichtbar. → Abbruchgrund Nummer 1. Zeigen Sie sie klar bereits auf der Produktseite.
  • AGB aus einem anderen Shop kopiert. → Echtes Rechtsrisiko. 100 € für eine professionelle Vorlage gegen einen 3.000-€-Rechtsstreit.
  • Keine Warenkorb-Wiederherstellung. → 30–40 % der potenziellen Verkäufe liegen dort, für 0,03 € pro E-Mail über Klaviyo, Brevo oder OmniSend.
  • In 5 Sprachen / 10 Ländern gleich starten wollen. → Beherrschen Sie zuerst 1 Markt. International dupliziert man — man errät es nicht.
  • Keine Pause, kein Messen. → Alle 30 Tage GA4, Search Console und Ihre Buchhaltung öffnen. Wenn Sie diese Zahlen meiden, weil sie enttäuschend sind, optimieren Sie nie.
Das Starterpaket

Alle Werkzeuge, um sauber zu starten.

Mein empfohlener Stack für den Start 2026. Monatsbudget gesamt: 20–50 € je nach Optionen.

WordPress + WooCommerce CMS
o2switch Hosting
OVH · Gandi Domain
Stripe · PayPal Zahlung
DHL · Hermes Versand
Yoast SEO · Rank Math SEO
Complianz DSGVO
Lexoffice · sevDesk Buchhaltung
GA4 + Search Console Analytics
WP Rocket Performance
Brevo · Klaviyo E-Mail
Make + Claude Automatisierung
Warum dieser Leitfaden

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